Der große Preis von Deutschland: Alle Rennen seit 1926

Der große Preis von Deutschland: Alle Rennen seit 1926

Der große Preis von Deutschland: Alle Rennen seit 1926
Der erste Grand Prix in der Geschichte des Motorsports fand 1906 in Frankreich statt. Schon bei der dritten Auflage dieses Rennens gab es 1908 den ersten deutschen Erfolg. Christian Lautenschlager gewann auf einem 140 PS starken Mercedes und war damit der erste Grand-Prix-Sieger in der Geschichte des deutschen Motorsports. 1914 konnte er diesen Triumph wiederholen, dann stoppte der Erste Weltkrieg zumindest in Europa die motorsportlichen Aktivitäten.

Nachdem der Krieg die ersten Überlegungen für eine Rennstrecke in Deutschland zunichte gemacht hatte, lebten diese Ideen in den zwanziger Jahren wieder auf.

In Berlin wurde 1921 die AVUS (Automobil-Verkehrs- und Übungs-Straße) in Betrieb genommen, die im September dieses Jahres Schauplatz für erste Rennen war. 1926 fand dort der erste deutsche Grand Prix statt, der seit der ersten Auflage vom Automobilclub von Deutschland (AvD) veranstaltet wird.

Am 18. und 19. Juni 1927 folgte die feierliche Eröffnung des Nürburgrings, nur einen Monat später war er Schauplatz für den Großen Preis von Deutschland. Der sowohl für Fahrer und Wagen sehr anspruchsvolle Eifelkurs blieb nun für viele Jahre der Austragungsort des wichtigsten Motorsportereignisses in Deutschland. Erst 1959 kehrte die höchste Motorsportklasse für ein Rennen zur Avus zurück. Es sollte zwar bis 1976 dauern, ehe das Ende der Nordschleife als Grand-Prix-Strecke tatsächlich kam, der Beginn zu dieser Entwicklung lag aber bereits am Ende der 60er Jahre. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Gefahren des Rennsports mehr oder weniger klaglos hingenommen. Unfälle mit Verletzten und Toten waren an der Tagesordnung, und so lange davon nur die Fahrer betroffen waren, führten Ereignisse dieser Art meistens zu keinen weiteren Maßnahmen. Die Grand Prix Drivers Association (GPDA) als Interessenvertretung der Fahrer hatte zu dieser Zeit vor allen Dingen ein Ziel: die Verbesserung der Sicherheit im Rennsport. Auch an der Nordschleife wurde jetzt vermehrt Kritik geäußert, wenn auch nicht alle Fahrer die gleiche Auffassung vertraten. In der Eifel war zwar bereits ein auf mehrere Jahre verteiltes Arbeitsprogramm zur Verbesserung der Streckensicherung in Angriff genommen worden, das Rennprogramm 1970 sollte aber noch auf dem unveränderten Kurs stattfinden. Unter dem Eindruck der tödlichen Unfälle von Bruce McLaren und Piers Courage beschlossen die Formel-1-Fahrer, die Fertigstellung der am Nürburgring begonnenen Baumaßnahmen bereits für das Jahr 1970 zu fordern. Nur einen Monat vor dem GP von Deutschland wurde der Nürburgring GmbH ein Forderungskatalog vorgelegt, der bis zum Rennen nicht erfüllbar war. So fand der deutsche Grand Prix 1970 erstmals in Hockenheim statt. 1971 erfolgte die Rückkehr in die Eifel, wo noch sechs weitere Grand-Prix-Rennen auf der Nordschleife durchgeführt wurden. Der Unfall von Niki Lauda beim Großen Preis von Deutschland 1976 setzte dann den vorläufigen Schlusspunkt auf dieser traditionsreichen Rennstrecke. Der Große Preis von Deutschland fand in Hockenheim seine neue Heimat.

Nach dem Bau der Grand Prix Strecke des Nürburgrings, die 1984 eröffnet wurde, hatte Deutschland wieder zwei Rennstrecken, die für Formel-1-Rennen geeignet waren.

Dieses Buch blickt zurück auf die wechselvolle Geschichte aller Großen Preise von Deutschland, die seit 1926 auf der Avus, dem Nürburgring und auf dem Hockenheimring stattgefunden haben.

 

Erschienen 2009 im Heel-Verlag
ISBN: 3868520430